Jeanne D'Arc
Maron ist ein Mädchen, das allein, tapfer gegen das Böse kämpft. Sie würde gerne ein ganz normales Leben führen. Doch als ihr eines Nachts eine kleine Engelsdame namens Fin erschien und verkündete, dass sie die wiedergeborene Johanna von Orleans sei, änderte sich ihr Lebens schlagartig. Als Kaitô Jeanne ist sie eine von der Polizei gesuchte Diebin. Was niemand weiß, ist, dass sie nichts stiehlt, sondern Dämonen, die von schönen Dingen Besitz ergriffen haben, in einer weißen Schachfigur versiegelt.
Maron ist die einzige, die die Macht hat Dämonen unschädlich zu machen. Die wiederum versuchen, die Welt ins Chaos zu stürzen. Aber das ist noch nicht alles: Es kommt auch noch hinzu, dass ausgerechnet ihre beste Freundin Miyako schwört, dass sie Jeanne eines Tages schnappt. Da sich Kaitô Jeanne( oder wollen wir sagen Fin...) immer vorher mit eine Visitenkarte anmeldet, heckt Miyako jeden Abend eine neue Falle für die gefürchtete Diebin aus. Doch dann bekommt Jeanne eines Nachts Konkurrenz, als ein mysteriöser, vermummter Junge mit Namen Sindbad auftaucht, der ebenfalls erklärt, die Dämonen versiegeln zu wollen. Er benutzt allerdings eine schwarze Schachfigur. Damit beginnt der nächtliche Kampf um die Seelen der Menschen, von denen die Dämonen Besitzt ergriffen haben. Es brechen harte Zeiten an für Maron alias Kaitô Jeanne.
Diese Geschichte bezieht sich auf die Legende von Jeanne D'Arc.
Eine Frau zwischen Legende und Wirklichkeit:
Wie war sie wirklich, diese junge, selbstbewusste Jeanne d’Arc, die noch 400 Jahre nach ihrem Tod als Volksheilige bei der Französischen Revolution die Freiheit ankündigte?
Zur Geschichte:
Rouen ist eine bis auf die Römer zurückgehende Stadt am Unterlauf der Seine, die von der Mündung im Ärmelkanal bis Rouen sogar von grossen Atlantikschiffen befahrbar ist. Rouen ist die Hauptstadt der Haute Normandie und des Départements Seine-Maritime. Es ist auch der Ort, wo 1431 die "Heilige Johanna" von den Engländern nach einem haarsträubenden Prozess unter dem (französischen) Bischof Gauchon als Hexe verbrannt wurde.
In Rouen weist ein schlichtes Kreuz auf die Stelle hin, wo Johanna auf dem Scheiterhaufen brannte. Gleich daneben wurde 1958 eine Gedächtniskirche für die Heilige erbaut, die schlicht ist und besonders von vielen Jugendlichen besucht wird.
Die entscheidende Wende im hundertjährigen Krieg wurde von einer Jungfrau herbeigeführt. Johanna, eine Tochter eines kleinen Adligen in Domrémi in Lothringen, glaubte himmlische Stimmen zu hören, welche sie aufforderten, den französischen Dauphin in Tours aufzusuchen, ihn zum Kampf gegen England zu motivieren und ihn als König Charles VII. in Reims zu krönen.
Unsicherer Kronprinz
Frankreich war bereits seit Jahrzehnten in einen mörderischen Krieg mit England verwickelt. Während des hundertjährigen Kriegs erhoben die Nachfahren der Wikinger, welche 1066 England von der Normandie aus erobert hatten, Anspruch auf den französischen Thron.
Der letzte amtierende französische Künig, der Vater des Dauphins, war umnachtet gestorben. Und seine Frau behauptete, ihr Sohn sei gar nicht der legitime Erbe Karls des VI. Der Dauphin war mit seinen Getreuen aus der Hauptstadt Paris geflohen und hatte in Tours Quartier bezogen.
Heimlich machte sich die etwa 18jährige Jungfrau Johanna auf den Weg nach Tours. Als erstes musste sie einen Landeshauptmann aufrütteln, mit ihr dorthin zu reiten. Der Edelmann, der von dem scheinbar unsinnigen Begehren des Mädchens verblüfft war, folgte schliesslich ihrem Auftrag.
Prüfungen aus Angst vor Hexerei
Bereits hatten Gerüchte von der Ankunft einer Botin des Herrn die Runde gemacht. Der Dauphin hatte Angst vor Hexerei und Zauber und empfing deshalb Johanna vorläufig nicht.
Sein Erzbischof arrangierte ein erstes Treffen bei einem Carnevalsanlass, bei welchem alle verkleidet waren. Der Dauphin hatte sich als einfacher Knappe ausstaffiert, und dennoch erkannte ihn Johanna. Sie trat auf ihn zu, um ihm den Befehl des heiligen Michael zu überbringen: Er habe die Pflicht, Frankreich von den Engländern zu säubern. Sie, die Jungfrau, würde seinen Heeren vorauseilen und den Sieg erringen.
Der Hofstaat des schwächlichen Dauphins befand sich damals in wirklich verzweifelter Lage. Der Herzog von Orleans, letzter Verbündeter der französischen Capetinger, nachdem der Herzog von Burgund die Seiten gewechselt hatte, war eben von einem britischen Heer vernichtend geschlagen worden. Ein Halbbruder des Königs, der Bastard von Orléans, übernahm das Kommando.
Eroberung von Orleans
Ohne selber zu kämpfen, ritt sie den Soldaten des Bastards auf einem weissen Schimmel voran. Wo sie hinkam, warfen sich die Franzosen vor ihr nieder und beteten um den Sieg.
Die Engländer zogen sich vor den angreifenden Truppen nach Orleans zurück. Wie eine Furie fuhr Johanna mit ihren Reitern unter die Engländer, und dem Bastard von Orleans gelang es, die Stadt zurückzuerobern.
Das war der Anfang eines beispielhaften Siegeszuges der Franzosen. Johanna wurde von den französischen Soldaten und den fremden Söldnern wie eine Heilige verehrt, von den Engländern als Hexe gefürchtet. Es gelang der Jungfrau, Reims zu erobern und Charles als französischen König in der Kathedrale zu krönen.
Dann allerdings wendete sich ihr Glück. Die dritte Tat, die Eroberung von Paris scheiterte und der burgundische Herzog konnte sich ihrer durch eine List bemächtigen. Er verkaufte seine Gefangene für ein grosses Trinkgeld an die Engländer, die Bischof Cauchon von Rouen als obersten Gerichtsherrn verpflichteten. Er sollte der Hexe den Prozess machen.
Der junge König Karl XII. von Frankreich, der schon als Dauphin eine traurige Rolle gespielt hatte, unternahm nichts, um die Jungfrau von Orleans zu retten. Obwohl sie
durch Fangfragen und unzählige Prozesse zum Widerrufen gezwungen wurde, blieb sie dabei, ihre Stimmen seien von Gott und alles habe sie auf Geheiss Gottes getan. So wurde sie am 31. Mai 1431 kurzerhand als Ketzerin, Abtrünnige und Götzendienerin verbrannt
(als Hexe). Erst um 1900 wurde sie heilig gesprochen.