Die Abenteuer des 4-blättrigen Kleeblattes


Löwe
Vorwort

Könnt ihr euch alle noch an eure Pubertätsphase erinnern?? Da ging man mal hierhin und mal dorthin in den Ausgang. Da traf man mal diesen Kollegen und mal jene Kollegin. Doch das Wichtigste war natürlich: Man hatte jeden Samstagabend oder besser gesagt, jede Samstagnacht eine Riesenmenge Spass. Eine Party folgte der andern. Es konnten nie genug Feste stattfinden.

Von solchen Festen und Abenteuern handelt diese Geschichte.
Wir waren vier Kolleginnen - Dänele, EmmiE, Bea und ich. Leider erreichten wir zwar nicht immer, dass wir alle zu viert ausgingen, aber auch zu dritt hatten wir immer jede Menge Spass. Falls wir es dann aber einmal wieder fertigbrachten, zu viert, als Kleeblatt, unterwegs zu sein, konnte nichts und niemand unsere Stimmung trüben oder gar verderben. Denn dann schlugen wir so richtig auf die Pauke und dies dauerte meist bis in die frühen Morgenstunden.
Doch fertiggequatscht, ihr wollt jetzt sicher lieber unsere Abenteuer hören. Dafür müsst ihr euch aber hinsetzen, es euch gemütlich machen und die Lachmuskeln freilegen...



EmmiE, Dänele, Bea und Manu kennen sich nun schon einige Jahre. Zusammen hatten sie viele Nächte durchgestanden, Parties gefeiert, Jungs kennengelernt und natürlich auch mal einen über den Durst getrunken. Es war doch immer wieder ein Gaudi gewesen, wenn sie zu dritt oder zu viert unterwegs waren, aber nur zwei Mofas (= Mopeds) zur Verfügung hatten.

Einmal fuhren sie von Aarau her heimwärts. Die Nacht war schon etwas kühler geworden und die Mädchen waren auch schon ein bisschen müde. Plötzlich schwankte das Moped von Manu immer mehr. Was war da nur?? Vorher hatten sie doch keine Probleme... Bei genauerem Hinblicken entdeckten sie das Übel. Das Hinterrad hatte einen gewaltigen Platten. Was nun?? Sie wollten doch heim nach Uerkheim. Bei der nächsten Tankstelle (diese befand sich in Suhr) versuchten sie den Pneu mit Luft vollzupumpen. Mist, die Luft verflüchtigte sich immer wieder sehr schnell. Da kam ihnen die glorreiche Idee!! Rund um das Rad, zwischen Pneu und Metallreifen, stopften sie Autofensterputzpapier und siehe da, endlich klappte das Pumpen. Erneut machten sie sich auf den Heimweg. Erst beim Dorfeingang von Uerkheim machte sich der Platten wieder bemerkbar. Doch da der Weg nicht mehr lang war, fuhren sie damit noch bis zu EmmiE nach Hause. Dort schnappte sich Manu ein Fahrrad und strampelte den Rest bis zu ihrem Heim...

Oder wie war es doch immer lustig, wenn sie die Polizei entdeckten. So schnell es ging, sprangen die Gepäckträger-Mitfahrerinnen auf den Boden. Völlig unauffällig spazierten sie an der Streife vorbei, grüssten höflich und setzten sich, sobald sie ausser Sichtweite waren, wieder auf den Mopedgepäckträger. Schliesslich waren sie gesetzestreue Bürgerinnen - jedenfalls sobald die Polizei in der Nähe war :o).

Im Winter packten sie sich immer in zwei bis drei Jacken, damit sie nicht froren. Sobald sie dann in Aarau eintrafen, begaben sie sich hinter das nächste Gebüsch und zogen die Jacken und Hosen aus und die Jupes an. Die Jacken versteckten sie danach möglichst unauffällig - und jedesmal nach dem Ausgang lagen die Sachen noch am selben Ort. Um sich von der kalten Fahrt zu erholen, wärmten sie sich reglemässig im Merkur Café auf.

Einmal hatten sie grosse Probleme, eines der Mofas zu starten. Da waren sie um zwölf Uhr von Aarau nach Zofingen gefahren, weil der "Alte Spanier" jeweils länger geöffnet hatte. Als sie dann nach Hause wollten, lief das Mofa nicht mehr an. Sie waren schon ganz ausser Atem und schliesslich wurden sie leicht wütend. Was macht man dann? Na ja, was man macht, wussten sie nicht, aber sie quatschten zwei männliche Wesen an und überredeten sie, das Mofa für sie zu starten. Danach konnten sie frisch und fröhlich nach Hause fahren.

Doch das interessanteste und witzigste Abenteuer erlebten sie am Silvester '95:

Um Viertel vor zehn sassen alle vier im Auto bei ihrem Treffpunkt der Holzhütte, am Fusse des Gipfels, auf dessen Spitze sich das Zuhause von Bea und Manu befand. Nach langer Diskussion waren sie sich endlich einig, Aarau unsicher zu machen. Gut gelaunt trafen sie wenig später in der Stadt ein. Doch wo sollten sie parkieren?? Nach zweimaligem Umrunden der Blocks (sie hatten die Einbahnstrasse schliesslich nicht erfunden!!), schnappten sie sich den erstbesten Parkplatz. Auf ging's ins CARAMBA. Wow, hatte es hier viele Gäste. Waren es fünf oder zehn Personen?? Jedenfalls viel zu wenig, schliesslich wollten die vier festen. Also versuchten sie es im PiWi. Oh Schreck, hier fand ein Karaoke-Wettbewerb statt. Naja, was soll's, Durst hatten sie unterdessen bekommen und ausserdem wollten sie noch anstossen - aufs alte Jahr.
Nachdem sie ausgetrunken hatten, wollten sie nun doch an einen Ort mit etwas anderer, wenn möglich besserer Stimmung. Also begaben sie sich erneut ins CARAMBA - und tatsächlich, es waren schon viel mehr Leute anwesend - jedenfalls gegen vorher. Immerhin befanden sich jetzt bereits etwa zwanzig Personen in dieser Bar und man musste sich direkt beeilen, um noch einen Stuhl zu ergattern. Nein, dies war wirklich nichts für das Kleeblatt. Los, zurück zum Auto und auf ins KIFF. Wow, hier hatte es endlich mehr Leute. O ou, das ganze hatte nur einen klitzekleinen Nachteil.. - man brauchte Tickets. Schöner Mist! Nun gut, dann gehen sie eben nach Olten.
Im Auto begannen sie schon einmal, Stimmung zu machen. Gut gelaunt erreichten sie das TERMINUS. Brav standen sie ganz hinten an der Schlange an. Immerhin waren sie heute 21 Jahre alt - jedenfalls für den Türsteher. Plötzlich entdeckten sie Karten in jeder Hand vor ihnen. Shit, hier wurden auch Tickets benötigt. Rechtsumkehrt und schnellstens zum HAMMER. Unglücklicherweise hatte der geschlossen. Inzwischen war es halb zwölf geworden - oje, nur noch dreissig Minuten bis Mitternacht. Wohin jetzt?? Natürlich, es gab ja noch die VILLA WAHNSINN. Immer noch besser als nichts! Oh, die machten Ausweiskontrolle - und Dänele brauchte doch noch eineinhalb Monate bis zu ihrem 18. Dann eben keine Villa...
Da waren sie wieder, ihre drei Probleme: kein Ziel, keine Boys und Nieselregen... Jetzt begann eine heftige Diskussion. Sollten sie nach Zofingen oder Aarau? Mmhh?? Nein, in Zofingen machten sie möglicherweise auch Ausweiskontrollen. Worauf warteten sie denn noch?!! Schnellstens nach Aarau. Sie hatten genau fünfzehn Minuten - immerhin rasten sie auf der Autobahn Olten-Aarau mit 140 Sachen. Wenn bloss kein Polizist in der Nähe steht...! In der Ausfahrt Richtung Aarau stellte EmmiE kurzerhand den Motor ab. "ES GUETS NÖIS"! Es schlug Mitternacht und so prosteten sie sich schon mal pantomimisch im Auto zu. Mann, war das ein Gaudi!!!

Um zehn nach zwölf erreichten sie die Stadt und parkierten rasch auf einem Parkplatz bei der Bank. Jetzt wollten sie endlich feiern! Etwas oberhalb ihres abgestellten Autos rauchte der Auspuff eines andern Wagens. Bei näherem Hinblicken entdeckte EmmiE eine Person, die darin lag. Mit klopfendem Herzen näherte sich Manu ein Stückchen, bevor sie von EmmiE zurückgezogen wurde. Schlief der Mann nur oder...? Aaahh! Nichts wie los zum nächsten Polizei-Posten. Waren sie hier in einen Mordfall verwickelt?? Selbstmord? Todesfall? Sprich: KRIMI??
Atemlos erzählten sie alles einem KaPo-Beamten. Dieser liess sie zuerst einmal auf einer Holzbank (Anklagebank??) Platz nehmen und wartete. Kurze Zeit später wollte er ihre Personalien aufnehmen. Wollte er denn nicht nachschauen gehen? Aber nein, er hatte zwei Kollegen geschickt - schliesslich hatte er Bürodienst. So versuchte das Kleeblatt den Sachverhalt genau zu schildern und erläuterte ihre Adressen. Aber leider brauchte er etwas lange, bis er begriff, dass Manu weder im "Weldgreben" noch "Wäldgräben" sondern "Waldgraben" wohnte. Doch die vier meisterten alles gekonnt.
Endlich erschienen zwei Polizisten mit ernsten Gesichtern. Neugierig und aufgeregt erkundigte sich das Kleeblatt nach dem Tatbestand. War es nun ein Mord...? Oder ein Selbstmord...?
Nichts von alledem. Ein Tamile, der in seinem Auto geschlafen hatte, hatte die Heizung eingeschalten, damit er nicht fror. Die Heizung funktioniert aber nun einmal nur mit laufendem Motor. Das war ja nicht zu fassen!!! Schnellstens verliessen die vier Girls den Posten und eilten ins CARAMBA.

Sieh an, es hatte neue Leute gegeben. Bevor sie jedoch in die Bar eintreten konnten, wurden sie von irgendeinem coolen Typen abgeknutscht. Fünfzehn Minuten später war Bea versorgt, denn ein blonder Guy hatt sich ihrer angenommen. Die andern drei dancten mal eine Runde. Um halb zwei zog es die vier ins PiWi, um Karaoke zu singen. Im PiWi begann ihr "Gejaule" mit "I swear". Zur Belohnung erhielten sie ein feines Gratisgetränk. Weiter ging es mit "Let it be" und "Love is all around".
Doch danach war ihre Begeisterung abgeklungen und bald fand man sich im KIFF wieder. Dort wurder erst einmal kräftig gedanct. Plötzlich tauchten Klein-Kappi und Pide auf, die eine Mitfahrgelegenheit suchten. Auch Beas Lover war endlich eingetroffen. Um halb fünf wollte das Kleeblatt heimwärts ziehen - immerhin musste Dänele um sechs anfangen zu arbeiten! Aber wo waren Klein-Kappi und Pide? Das Kleeblatt suchte und suchte. Schlussendlich, als man die beiden nicht fand, kletterte Manu zum DJ hoch, um ins Mikrofon zu quatschen. Sie probierten und versuchten, drehten und drückten auf Knöpfen rum. Da stellte sich heraus: Es war gar kein Mikrofon, sondern eine Lampe!!! Na, Manu dankte!
Zuletzt zog das Kleeblatt alleine ab. Sollten die Boys doch selber sehen, wie sie heimkämen!! Nach einem kurzen Zwischenhalt im PiWi erreichten sie um halb sechs ihren Trennungsort.
Da kann man nur sagen: ES GUETS NÖIS!!!

Nachwort
Wir erlebten noch viele Abenteuer zusammen, die ich vielleicht irgendwann mal auch noch dokumentiere.

Diese Geschichte ist den restlichen drei Blättern gewidmet. Damit möchte ich ihnen danken für die schönen Zeiten, die wir erlebt haben und ihr alle könnt mir glauben, so viel Spass könnt ihr euch gar nicht vorstellen, wenn ihr es nicht selbst erlebt habt. Ich bin sicher, wir vier werden diese kleinen Abenteuer niemals vergessen und immer in guter Erinnerung behalten.
Mit liebem Gruss und bestem Dank
Manu